malindi reviews

Dem in Südafrika geborenen Troy Blacklaws ist mit seinem Romandebüt Malindi ein beeindrucken­der und nuancenreicher Entwicklungsroman gelungen, in dem sich die Schilderung der brutalen Süd­afrikanischen Realität und das Wunder des Erwachsenwerdens fast schwerelos die Waage halten. Der Roman kommt mühelos leicht daher, verharmlost aber nichts. Im Gegenteil. Durch die distanzierte Erzählhaltung, die Dee einnimmt, bekommen gerade die grausamsten Schilderungen der Rassen­konflikte eine große emotionale Dichte. Malindi ist voll von poetischen Bildern und beziehungsrei­chen Verknüpfungen, und damit dieser Roman seinen Anspielungsreichtum ganz entfalten kann, muss man ihn im Grunde zwei Mal lesen. Ein fesselnd geschriebener Roman, dessen Bilder noch lange nachwirken.- Inge Kämmerer, HR-online

Wie Douglas im Hinterland Liebe, Freundschaft und Rassenwahn kennen lernt, beschreibt Troy Blacklaws eindringlich und unsentimental. Es gibt ja viele Romane übers Erwachsenwerden, aber Malindi hat mir wegen seines Schauplatzes besonders gefallen. - Meike Schnitzler, BRIGITTE

Das Südafrika der Apartheid: ein guter Ort für eine gute Geschichte. - Tobias Becker, KulturSPIEGEL

Malindi ist ein romantisches Buch, ein zauberhafter Bildungsroman... Troy Blacklaws hat mit Malindi einen poetischen und zugleich realistischen Kosmos geschaffen, was diesem schmalen Roman Tiefe und Ernst, aber auch Leichtigkeit und Optimismus verleiht, ohne die all die Schrecken, die Kindheit und Jugend darin hinterlassen haben, nicht zu ertragen wären. - Ulrich Baron, Süddeutsche Zeitung

Troy Blacklaws, der früh zum Apartheidsgegner wurde und heute als Englisch-Dozent in Singapur lebt, ist eine dramatische Verdichtung einer Zeit gelungen, die für die einen zu den besten Jahren der Apartheid zählte, für die anderen den Anfang vom Ende der weißen Vorherrschaft im Kapstaat markierte. - Rolf Strube, TAGESSPIEGEL

Im Stil J.D. Salingers beschreibt Troy Blacklaws in prägnanten, oft überraschenden Formu­lierungen, wie sich Douglas in seinem Erwachsenwerden mit den widrigen Umständen arrangiert – und doch seine Überzeugungen nicht verrät. - Christian Baulig, FTD

In knappen Strichen gezeichnet, überzeugen die Figuren mit stimmiger Lebendigkeit. Vor allem aber begeistern die kraftvollen Bilder eines Autors, der auch als Fotograf arbeitet. Suggestiv zeigen seine Momentaufnahmen die gespaltene südafrikanische Realität: die Schönheit eines den Weißen vorbe­haltenen Standes, die farbenprächtige Armut eines Marktes, den Zauber einer Mondnacht in der Wüste, die Trostlosigkeit des Lebens in den Townships. Diese lyrische Intensität wird gekonnt gefasst in eine schlichte, unmittelbar zupackende Sprache, die den berührenden Entwicklungsroman auch für junge Lesende leicht zugänglich macht. - Marie-Louise Zimmermann, Basler Zeitung

Es gibt magische Momente, in denen ein Sportler einen Ball so wirft, dass er einen perfekten Bogen beschreibt. Dem Südafrikaner Troy Blacklaws gelingt ein solches Kunststück mit seinem Roman Malindi, der von der ersten bis zur lezten Seite Spannung und Eindringlichkeit behält. - Kölnische Rundschau

Die erstaunliche Klarheit des Stils und die eindringliche Sprache machen den Debütroman unbedingt lesenswert. - Günther Reinhardt, Stuttgarter Nachrichten

Vor dem Hintergrund strenger Rassentrennung erzählt der Autor eine bewegende Geschichte von Verlust und Sehnsucht nach Heimat. Geprägt von eindringlicher Sprache, voller Schönheit bis zur letzten Site. - Journal Frankfurt

Eine wunderbare Entdeckung in diesem Bücherfrühjahr. - Annemarie Stoltenberg, Hamburger Abendblatt

Malindi, der Debütroman des 1965 in Südafrika geborenen Troy Blacklaws, ist ein spannender und gefühlvoller Coming-of-Age-Roman, präsentiert in einer minimalistischen Sprache und mit einer stimmigen Dramaturgie. Blacklaws lotet das Seelenleben des heranwachsenden Douglas aus, ohne eine konstruiert wirkende Psychologie zu entwerfen. Der in Singapur lebende Autor erzählt eine dramatische Geschichte und erzeugt dabei gefühlvolle und sehnsüchtige Bilder eines Südafrika aus der Sicht eines Jugendlichen. Das Thema Apartheid beschreibt er aus alltäglichen Erlebnissen heraus.... Auch anhand des Gebrauchs der unterschiedlichen Sprachen, des Englischen, des Afrikaans oder der Xhosa-Sprache zeigt Blacklaws die kulturellen Überlagerungen in Südafrika, die auch immer hierarchische Strukturen widerspiegeln. - Florian Schmid, RBB Inforadio Berlin/Quergelesen


Die Extreme des Landes, die gnadenlose Aufteilung in gut und böse, richtig und falsch, schwarz und weiß drängen sie beständig auf, stellen eine Art zornige Abrechnung des 1965 in der Nähe von Kapstadt geborenen Autors dar. Troy Blacklaws erzählt aus der Sicht von Douglas, oft lakonisch, mit dessen Hang zur genauen Beob­achtung, die nämlich, so hatte ihm sein Vater beigebracht, braucht es, um wie er Journalist zu werden. Poetische Details stehen neben skurrilen Überlegungen und Abschweifungen, die der Junge nicht lassen kann, die ihm aber auch oft allzu viel Gefühl vom Leibe halten. Seine kleinen Fluchten mit Marika überziehen die staubige Landschaft mit neuem Glanz. Vier Jahre braucht Douglas, um erwach­sen zu werden, die bittere Nähe von Gewalt und Glück, von Vertrauen und Enttäuschung, von Freund­schaft und ihrer Bedrohung, von Mut und Feigheit, von Tod und Lebenswillen anzunehmen – und da­mit die gemischten Gefühle, statt des ausgrenzenden Entweder – Oder. Dann braucht er keine Aus­flucht nach Malindi mehr, muss seinen Vater nicht mehr auf großer Reise imaginieren. Er weiß, dass er auch ihn für immer verloren hat. - Barbara Wahlster, Deutschland Radio Kultur